Sexuelle Belästigung erkennen und wahrnehmen
In manchen Fällen ist es für Betroffene sofort klar, dass es sich um sexuell grenzüberschreitendes Verhalten handelt. In anderen Fällen ist dies schwieriger festzustellen. Sexuell anzügliche Bemerkungen werden oft als Scherz abgetan, während die betroffene Person dies möglicherweise überhaupt nicht lustig findet. Oder man findet es beim ersten Mal vielleicht noch lustig, aber bei den folgenden Malen nicht mehr. Sexuelle Belästigung kann verbal oder körperlich stattfinden. Einige Beispiele für sexuell grenzüberschreitendes Verhalten am Arbeitsplatz sind:
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Unangemessene Witze oder zweideutige Bemerkungen;
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Unerwünschte intime oder persönliche Fragen;
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Eine Kollegin, ein Kollege oder eine Führungskraft lädt Sie zu einem intimen Treffen ein;
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Unerwünschter körperlicher Kontakt, zum Beispiel Kneifen ins Gesäß oder Küssen, aber auch unerwünschte Berührungen wie ein Arm um die Schulter;
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Unerwünschte Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeit, zum Beispiel über soziale Medien oder WhatsApp.
Da sexuelle Belästigung meist gegen eine einzelne Person gerichtet ist, ist es für Kolleginnen und Kollegen schwierig, das Problem zu erkennen. Häufig geschieht sie auch außerhalb des Blickfelds anderer Kolleginnen und Kollegen. Zum Beispiel außerhalb der Arbeitszeiten, wenn die meisten bereits gegangen sind, oder an Orten, an denen der Täter freie Hand hat. Dadurch ist es für Arbeitgeber und Kolleginnen und Kollegen schwierig, sexuelle Belästigung zu erkennen.
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann einmalig auftreten, aber auch ein wiederkehrendes Problem sein. Beide Fälle sind inakzeptabel und manchmal sogar strafbar.